Schwarz-Weiss kontra Farbe?
100 Jahre waren seit Erfindung der Schwarz-Weiss-Fotografie vergangen, bis endlich ein heißersehnter Farbfilm auf dem Markt erschien. Eine neue Ära begann, und für etwa dreißig Jahre wurde sie zur "lieben Gewohnheit". Dann wurde man kritischer, weil die Erkenntnis reifte, dass der mit der Farbe eingezogene Naturalismus und eine daraus resultierende Farbmüdigkeit in unserer reizüberfluteten Welt auch nicht das Wahre sein konnte. Man entdeckte wieder Schwarz-Weiss, und vor allem die jüngere Generation glaubt nun, damit das Ei des Columbus gefunden zu haben.
Nein, - nach meiner Ansicht können wir nur die Gewinner sein, wenn beide Techniken, paritätisch und in ihren Möglichkeiten richtig erkannt, angewandt werden. Während das Farbbild noch bei unzureichender Technik bestimmte Aufgaben meistert, ist ein technisch unzureichendes Schwarz-Weiss-Bild nur langweilig. Die Umsetzung der farbigen Welt in schwarz-weisse Töne verlangt ein bisschen mehr! Unter den Links AKT & LANDSCHAFT und INFRAROT habe ich versucht, diesem Anspruch Rechnung zu tragen. Und mit diesen Seiten der Farb-Akte und der Rubrik FOTOGRAFIE & POESIE versuche ich, für die Farbfotografie zu sprechen. Unter Fotografen geisterte lange der Satz, dass ein guter SW-Fotograf niemals ein guter Farbfotograf sein kann - und umgekehrt. Ich halte das nur für ein Vorurteil. Wer visuell talentiert ist und sich gute technische Grundlagen angeeignet hat, der wird mit Licht wie mit Farbe gut umgehen können - und das sollte ein gutes Lichtbild vor allem verkörpern.
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