Der Soldat
Er ist der Irrsinn in Person,
das ist nicht sein Verschulden,
Milliarden gab es schon davon,
sie waren da - zu dulden.

Sie starben stets für null und nichts,
als der Kanonen Futter,
sie starben abseits jeden Lichts,
es weinte stets die Mutter.

Der Landser war das ärmste Schwein,
er wurde rein geschmissen,
sein Ende musste furchtbar sein,
meist wurde er zerrissen.

Die Großen - die das Leid verbockt,
sie waren nie die Dummen,
sie waren viel zu abgezockt,
verdienten große Summen.

So lange es uns Menschen gibt,
so lange gibt es Kriege,
so lang kein Menschenleben wiegt,
verdient die gleiche Riege.

Die Menschen werden niemals klug.
Ein Staat, der braucht Soldaten?
Ja - hat man Tote nie genug?
Riecht niemand diesen Braten?

Bevor Soldaten Mörder sind,
- so lautet jetzt ein Urteil -
da sollt' man sagen jedem Kind,
es wächst euch neues Unheil.

Die Konsulate dieser Welt,
sie dürften nur verkünden,
nie wieder ein Soldat mehr fällt,
streift ab, die alten Sünden.

Der große Frieden dieser Welt,
der bräuchte nie Soldaten,
dann brächte es auch dem kein Geld,
der stets zum Kampf geraten.
zurück
Ender-Lyrik / Zeitgeist
weiter
Fotos & Gedichte: © Klaus Ender
01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30